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Herrnhuter Brüdergemeine

365
November/Dezember 2018

Monatsspruch November:
Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.

Offenbarung 21,2

Liebe Geschwister,

eine Frau steht im Supermarkt in der Kassenschlange. Sie legt ihre Einkäufe auf das Kassenband und beginnt in ihrer Tasche nach dem Portemonnaie zu suchen, doch sie kann es einfach nicht finden. Da fällt ihr ein, dass sie es wohl bei ihrer Schwester, von der sie gerade kommt, hat liegen lassen. Plötzlich steigt schlagartig eine peinliche Panik in ihr hoch, als eine Stimme sie von der Seite anspricht: „Du hast dein Geld bei mir liegen gelassen!“ Es ist die Schwester, die plötzlich neben ihr steht und das vermisste Portemonnaie reicht. Ein Glück! Und da rutscht es ihr über die Lippen: „Dich schickt der Himmel!“
Diese kleine Anekdote ist vielleicht kein weltbewegendes Ereignis, verrät aber, was wir dem Himmel – bewusst oder unbewusst – zuschreiben: Gute Führung und Fügungen, die nicht mehr in unseren Händen liegen. Alles Gute kommt wohl irgendwie von oben. Zumindest besagt es das Sprichwort so. Doch Nöte können wahrlich weitaus größer sein, als das eher kleine Missgeschick der Frau im Supermarkt. Sie können unsere Leben ganz schön auf den Kopf stellen. Für den Schreiber der Johannesoffenbarung scheint sogar die ganze Welt aus den Fugen zu geraten. Seine Schilderungen vom Weltuntergang aber münden schließlich in hoffnungsvolle Bilder, aus denen die Losung für November entnommen ist. Seine Sehnsucht ist klar zu erkennen: Aus dem Himmel kommt Hilfe und alles wird gut: Eine Stadt, die aus dem Himmel kommt und in der wir in Frieden leben werden. Doch wann wird das sein? Wäre es nicht schöner, heute schon himmlisch leben zu können?
„Vom Himmel hoch, da komm ich her“ werden wir bald wieder in der Weihnachtszeit singen, wenn wir die Nachricht hören, die der Engel von der Geburt Jesu erzählt. Ein Stück Himmel wird heute sichtbar: In glücklichen Fügungen, in der Geburt eines Kindes, in Jesus, der sich den Menschen zuwendet, ihnen hilft und Liebe und Frieden predigt. Da wird dann ein Stückchen dieser „Neuen Stadt“ sichtbar, in der wir heute leben können. Den schickt der Himmel.

Mit den besten Wünschen für einen guten Jahresausklang und eine Gesegnete Advents- und Weihnachtszeit grüßt euch auch im Namen von Br. Gärtner herzlich,

euer Christian Herrmann