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Herrnhuter Brüdergemeine

364
September/Oktober 2018

Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.

Prediger 3,11

Liebe Geschwister,

Schön ist es, auf einer Wiese in der milden Sonne zu liegen.
Schön ist es einen großen Teller voll mit Bohneneintopf zu genießen.
Schön ist es, fröhlichen Menschen zu begegnen und mit ihnen Zeit zu verbringen.
Schön ist es, ausschlafen zu können…

…und diese Liste ließe sich noch sehr viel weiter verlängern. Jede*r von uns kann da ganz eigene schöne Erlebnisse eintragen. Der sich zum Ende neigende Sommer hat dazu sicherlich auch Gelegenheiten geboten. Es gibt Momente, die ohne Zeit auszukommen scheinen. So fühlt es sich jedenfalls manchmal an – wie ein Stückchen Ewigkeit. Und da haben wir sie dann, diese große und unbegreifliche Dimension Gottes, die alles umgreift und von uns irgendwie doch unkonkret mit dem Wort „Ewigkeit“ ausgedrückt wird. Sie ist mehr, als nur eine Spekulation über die Zukunft. Gottes Ewigkeit wohnt allen Dingen inne und lässt sich vielleicht ja auch erleben. Wie wertvoll doch jedes Staubkorn wird, wenn wir daran denken, dass Gott selbst es für seine Ewigkeit bestimmt hat! Jeder schöne Moment ist zwar wie das Staubkorn flüchtig, vergänglich und verweht, wie alle Dinge dieser Welt, aber Gott hat wohl doch einen größeren Plan; auch mit uns. Ob die These aufgeht, dass die Ewigkeit in den schönen Momenten erlebbar wird, lässt sich so natürlich nicht beweisen. Wie es der Prediger unseres Monatsspruches schon sagt: Es lässt sich von uns nicht ergründen. Doch genießen lässt sich der Augenblick und schön ist die Vorstellung, dass er für die Ewigkeit bestimmt ist. Bei unserem Sommerfest haben wir das Lied „Über Berg und Tal, wie ein Festchoral…“ (BG Nr. 850) gesungen. In der zweiten Strophe heißt es da: Jeder Augenblick ist ein kleines Stück von Gottes Ewigkeit. Hörst du Vogelsang einen Abend lang, klingt´s wie himmlische Herrlichkeit“. Was gibt es da noch mehr zu sagen? Manchmal kann das Leben einfach nur schön sein, wie auch immer die schönen Momente für jede*n im Einzelnen aussehen mögen.
Zwar gehen auch diese Augenblicke und Tage einmal vorüber – bald wird der lebendige Sommer der Melancholie des Herbstes weichen und auch das Gefühl von Entspannung aus dem Urlaub wird verflogen sein – doch ab und zu ist es nicht verkehrt, sich zurückzulehnen, die Augen zu schließen, den Moment zu genießen und daran zu denken, dass wir nicht die Ewigkeit gestalten müssen. Wir wirken hier an den Plätzen, wo wir leben. Die Ewigkeit baut ein anderer.

Schön ist es, sich da ganz in Gottes Hände zu begeben.
Die Welt ist von Anfang bis Ende Gottes.
Schön ist sie gemacht.

Mit den besten Wünschen für einen solchen Blick auf unsere Welt grüßt euch auch im Namen von Geschwistern Gärtner herzlich,

euer Christian Herrmann