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Herrnhuter Brüdergemeine

363
Juli/August 2018

Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe! Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt!

Hosea10,12

Liebe Geschwister,

noch ist es Zeit, bevor der Regen kommt. Noch ist es Zeit, die Wäsche zu trocknen, spazieren zu gehen, einen Ausflug an den Badesee zu machen, Menschen auf offener Straße zu begegnen, auf dem Wochenmarkt einzukaufen, Kirschen zu pflücken, Fahrrad zu fahren, im Liegestuhl im Garten zu sitzen, auf einer Wiese zu liegen, Bilder in den Wolken zu erkennen oder auf Schatzsuche zu gehen. Diesen Sommer haben wir die Gelegenheit, die Tage zu genießen, ob zu Hause oder im Urlaub in der Fremde. Es ist Zeit, den HERRN zu suchen und jeden Tag zu leben, als sei es der erste. Er ist der erste – neu geschaffen aus Gottes gerechter Hand legt er uns ein fruchtbares Land vor die Füße, auf das von uns Gesät werden will. Wie viel von Gottes Gerechtigkeit steckt wohl in den kleinen Samen, die wir jeden Tag ausstreuen, in den Tag legen und an Andere weiter verteilen? Und wie trägt sie ihre Früchte?
Ich denke, dass in der Saat viel Freude am Leben steckt und Neugier auf den neuen Tag. Ich denke auch, dass diese Neugier mit einer Ernte in Liebe belohnt wird. Es sind sicher auch unsere Augen, mit denen wir unsere Welt sehen: Jeder Tag ist eine neue Gelegenheit zu pflügen, zu säen und zu ernten. Wer in Gerechtigkeit Sät, hat mehr im Blick, als den eigenen Hunger. Wer in Liebe erntet, wird sich an der Ernte freuen können und zu teilen wissen. Wer heute Pflügt, bereitet sich darauf vor, dass wir auch morgen alles Lebenswichtige, Freude und Gerechtigkeit brauchen. „Carpe diem“ – Pflücke den Tag, sagt ein geflügeltes Wort. Noch ist es Zeit, bevor der Regen kommt. Es ist Zeit, den HERRN zu suchen.
Und wenn dann Gottes Regen kommt, ist der Tag noch nicht vorbei. Die Saat geht auf, die staubige Luft wird rein gewaschen, Träumer spazieren barfuß durch die Pfützen. Wir leben heute schon in der Zeit, die uns den Tag so leben lässt, als würde Gott ihn immer wieder neu mit seiner Schöpferkraft, seiner Gerechtigkeit, seiner Liebe begießen. Der belebende Regen wird kommen und lässt uns schon heute frisch, lebendig und fröhlich sein.
Ich wünsche euch einen schönen Sommer auch im Namen von Geschwistern Gärtner,

euer Christian Herrmann