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Herrnhuter Brüdergemeine


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Mai/Juni 2018

Der Glaube ist der tragende Grund für das, was man hofft:
Im Vertrauen zeigt sich jetzt schon, was man noch nicht sieht.

Heb. 11,1 (nach der Übersetzung „Hoffnung für alle“)

Liebe Geschwister,

so ist er wohl, der Glaube: Ein tragender Grund. So sagen es diejenigen, die ihn erleben. Das ist ein tolles Gefühl. Nur leider können wir nur ganz schlecht darüber bestimmen, wann wir woran, wie fest glauben. Tief in uns verborgen schlummert er oder erwacht. Mal ist er groß und vermag Berge zu versetzen und mal ist er nur ganz klein. Schnell ist der Druck da: Sollte ich nicht mehr vertrauen können?

Foto: Elisabeth Hase aus „Dein Tag bricht an“ 1955

Foto: Elisabeth Hase aus „Dein Tag bricht an“ 1955

Neben den großartigen Berichten von Menschen, die von ihrem tiefen Vertrauen in Gottes Führung erzählen, kann der eigene Glaube schnell mal ganz unbedeutend wirken. Und doch hält Gott großes auf ihn, auch wenn er nur so klein ist, wie ein Senfkorn. Niemand kann den Glauben messen. Bei anderen Menschen nicht und auch bei mir selbst bin ich mir nicht immer so richtig sicher, was und woran ich so alles glaube. Ich glaube, dass ich neulich vielleicht etwas netter hätte sein sollen, ich glaube, dass uns unsere Mitmenschen und der Schutz unserer Erde weniger egal sein sollten und ich glaube, dass Gott einen guten Tag hatte, als er uns Menschen den Schokoladenpudding erfinden ließ. Und das ist noch lange nicht alles.

Auf die Guten Dinge im Leben zu hoffen und darauf zu vertrauen, dass uns alles irgendwie auf einem sinnvollen und Guten Weg bringen wird, scheint ganz fest in uns verankert zu sein und gehört zu unserem Leben. Sicher ist dieses Vertrauen nicht immer groß. Wie wir selbst wächst es aus dem Wenigen und dem Schwachen. Und doch sind wir von Anfang an diese Ebenbilder von Gott, die den Glauben an seine Begleitung als einen Spiegel in uns tragen. Wo wir gehen, gehen wir nicht allein und wenn wir diesen „Glaubensspiegel“ in uns entdecken, können wir durch ihn Gottes Anwesenheit in unserer Welt sehen. Mal weniger aber auch mal mehr.

Ich wünsche euch auch im Namen von Niels Gärtner viele wunderbare Blicke durch diesen „Glaubensspiegel“ auf unsere wunderbare Frühlingswelt.

Christian Herrmann