Kontakt   |  Impressum
Herrnhuter Brüdergemeine

Liebe Kinder und Jugendliche,

ich wünsche Euch und uns Allen ein

Frohes neues Jahr!

Einfach froh zu sein, das gehört für euch Kinder hoffentlich ganz selbstverständlich zum Leben dazu. Zumindest kommt es mir immer so vor, wenn ich hin und wieder mal quer über den Schulhof laufe, um eins meiner Kinder dort zu suchen.

Um mich herum ein fröhliches Geschrei! Kinder und Jugendliche haben sicher auch mal Kummer, aber dennoch findet sich auch immer wieder ein Grund zum Lachen. Und das ist natürlich gut so! Neulich bei uns am Esstisch haben wir gelacht, bis wir Bauchschmerzen hatten. Ich hatte aus der Kundenzeitschrift des Supermarktes ein Rezept ausprobiert. Nach dem ersten Bissen musste ich zugeben, sooo lecker war das nicht… Zustimmendes Nicken. Einer sagte grinsend, wie man denn bloß auf die Idee kommen konnte, dass das schmecken würde…?!

Und dann malte einer meiner Söhne für uns Alle aus, wie ein Mitarbeiter des Supermarktes wohl im Lager nachgesehen hätte, welche Lebensmittel gerade im Überfluss vorhanden waren und dringend verkauft werden mussten… – um dann daraus für die Kundenzeitschrift dieses recht abenteuerliche Rezept zusammenzustellen.

Ich bin dem Autoren/der Autorin jedenfalls echt dankbar dafür, denn so einen Spaß hatten wir lange nicht gehabt. Während ich am anderen Tag die Zutaten wieder auseinandergepflückt habe, um etwas Genießbares daraus zu machen, musste ich immer wieder schmunzeln.

Und als ich mich dann hinsetzte, um diese Seite zu schreiben, wurde mir klar, dass Humor nicht nur Spaß macht, sondern eine viel größere, weitreichendere Bedeutung hat: Eine Menge der alltäglichen Streitigkeiten ließe sich vermeiden, wenn wir über manche schrägen Eigenheiten unserer Mitmenschen lächeln würden, anstatt uns darüber aufzuregen. Humor ermöglicht uns „tolerant“ zu sein.

(Toleranz (v. lat.: tolerare = ertragen, (er)dulden), steht für die ruhige Duldung von abweichenden Meinungen oder Aktivitäten anderer Menschen. Quelle: wikipedia)

Es gibt übrigens alljährlich am 16. November einen „Internationalen Tag der Toleranz“.

Wer Lust hat, kann ja mal nachlesen, wer wann diesen Tag ins Leben gerufen hat. Ich denke allerdings nicht, dass derjenige gemeint hat, dass wir immer alles dulden, geschweige denn alles lustig finden sollen! Jesus war ja auch nicht tolerant mit den Händlern im Tempel (Joh.2, 14-16) und das ist nur eine von mehreren Stellen in der Bibel, wo Jesus durchaus streitbar gewesen sein soll. Es ist sehr spannend, das nachzulesen!

Ich habe in dem Zusammenhang nun tatsächlich einen guten Vorsatz für 2018 gefasst: ich will noch genauer hinschauen, in welchen Situationen ich NICHT tolerant sein WILL (z.B. wenn jemand mit 60 km/h durch die 30er-Zone fährt!), aber auch ob es mir nicht noch viel öfter möglich ist, ein Auge zuzudrücken und über etwas zu schmunzeln, was mir eigentlich nicht gefällt.

Dieses Mandala – obwohl ursprünglich als Oster-Mandala gedacht – lädt mit seinen 12 Teelichtern meiner Meinung nach geradezu dazu ein, ein Begleiter für die kommenden 12 Monate zu sein. Ich wünsche Euch auf Eurem Weg durch das neue Jahr viele Gründe froh zu sein – und viele Gelegenheiten, Andere froh zu machen.

Eure Claudia Geller