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Herrnhuter Brüdergemeine


Liebe Kinder!

Kinderseite 1Gerade in der Advents- und Weihnachtszeit geraten wir Erwachsenen oft in Stress und Hektik, weil wir eines immer wieder vergessen: Es wird auf jeden Fall Weihnachten, ganz egal ob die Plätzchen selbst geba-cken sind, die Wohnung aufgeräumt und der Baum besonders festlich geschmückt ist! Dennoch wünschen wir uns, dass an Heiligabend alles perfekt ist, dass wir also alles „richtig“ gemacht haben!

Dazu möchte ich Euch etwas erzählen: Im Sommer habe ich mir vorge-nommen ein Jahr lang möglichst alle meine Besorgungen und Termine ohne Auto zu erledigen, also mich möglichst „richtig“ zu verhalten – umweltschonend, sparsam und gesund. Was für Euch Kinder vermutlich selbstverständlich ist, weil ihr noch nicht Auto fahren dürft, ist für mich eine manchmal schwierige Entscheidung.
Seither bin ich schon ein paar Mal ordentlich nass geworden und hin und wieder musste ich im Laufschritt zur Haltestelle. Da war ich am Ende des Tages k.o., aber mindestens ebenso zufrieden darüber, dass ich mich an meinen guten Vorsatz gehalten hatte! Gestern wollte ich mit meinem jüngsten Sohn ins Kino – mit dem Fahrrad zur Haltestelle und mit der Bahn weiter in die Stadt. Nun war es aber so, dass die Zeit zwischen Schulschluß und Abfahrt kaum für das Mittagessen reichte, so dass wir letztlich mit dem Auto zum Bahnhof fahren mussten, um unseren Zug zu erreichen. Darüber hab ich mich ziemlich geärgert.
Als der Film zu Ende war, war es draußen schon dunkel, windig und kalt, aber unsere Bahn stand schon bereit, so dass wir direkt einsteigen konnten – und an unserem Zielbahnhof wartete das Auto auf uns. In dem Moment war ich ehrlich gesagt sehr froh darüber, dass wir nicht durch die Dunkelheit nach Hause radeln mussten! Ich konnte unsere kurze Autofahrt sogar genießen, und fand es plötzlich vollkommen okay, dass ich mich diesmal nicht an meine Vorsätze gehalten hatte. Und was hat das jetzt mit Weihnachten zu tun, fragst Du Dich?

Wenn man sich vornimmt, Dinge gut oder richtig zu machen, finde ich das grundsätzlich prima und auch wichtig, aber meiner Meinung nach darf man auch mal faul und „unperfekt“ sein – auch zur Weihnachtszeit! Wenn Du Dir im großen und ganzen Mühe gibst, ob nun im Umgang mit unserer Natur, im Verhalten anderen Menschen gegenüber oder auch bei den täglichen Aufgaben in Schule und Haushalt – dann darfst Du auch hin und wieder mal einen ganzen Nachmittag Fernsehen gucken anstatt das 1×1 oder Vokabeln zu üben, 3 Tage lang die schmutzigen Socken in Deinem Zimmer sammeln und Dich aus reiner Faulheit 2 km mit dem Auto bringen lassen (wenn Dich jemand fährt)… Und natürlich gilt das genauso für Mamas und Papas! Die haben aber oft soviel zu tun, dass sie von allein gar nicht auf die Idee kommen, sich mal auszu-ruhen.

Kinderseite 2Kannst Du Dir vorstellen, Deinen Eltern in diesem Advent mal außer der Reihe Deine Hilfe im Haushalt anzubieten, damit sie auch mal faulenzen können?
Wenn Du mir davon erzählst, ob Du das ausprobiert hast, und ob Deine Mama oder Dein Papa überrascht war – und dann auch tatsächlich mal ein bisschen gefaulenzt hat, dann bekommst Du als Dankeschön sogar eine kleine Überraschung von mir!

Wenn Deine Eltern damit einverstanden sind, sende eine email mit Deiner Geschichte an claudia@geller.eu oder per Post an Claudia Geller, Bütervenn 37a, 33758 Schloß Holte und schreibe bitte dazu, wie alt Du bist.

Eine wundervolle Adventszeit und gesegnete Weihnachten Euch Allen!

Eure Claudia