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Herrnhuter Brüdergemeine

354
Januar/Februar 2017

Gott spricht:
Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.

Hesekiel 36,26

Liebe Geschwister,

Aufbruch und Veränderung sind in unserer Welt viel zu sehen:
Die Präsidentschaftswahlen in den USA haben für sehr erhitzte Gemüter gesorgt und lassen viele Menschen unzufrieden sein. In vielen Ländern des Nahen Ostens entscheidet sich immer noch, was ihnen der „arabische Frühling“ tatsächlich gebracht hat. In vielen Ländern der „westlichen Welt“ ist zu sehen, wie neue rechte Bewegungen stark werden. Das eigene Land soll wieder stark werden und alle vermuteten Bedrohungen von außen werden abgewehrt. Auch bei uns in Deutschland können wir das seit einiger Zeit beobachten und tatsächlich lassen die Nachrichten, die aus der Welt zu uns dringen, viele in Sorge um unser eigenes Wohl und um unsere Eigene Identität leben. Sind die vielen Flüchtlinge gut für uns? Gehört der Islam zu Deutschland? Brauchen wir die Europäische Union wirklich so dringend? Was gut und was nicht so gut ist, lässt sich da nicht immer klar erkennen, wenn so vieles sich verändert.
Als sich in Israel viel veränderte, verbreitete der Prophet Hesekiel die Botschaft: „Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“ Das heißt nicht, dass Alles, was neu ist, auch gut ist oder dass alles, was gut ist, neu sein muss. Nein, er spricht viel mehr davon, dass Gott uns gibt, was wir für ein gelingendes Miteinander brauchen. Wir haben ein Herz, das lieben kann, das sich für Mitmenschen und auch Fremde öffnen kann, das schlägt, weil es lebt und nicht starr und unbeweglich ist. Ebenso haben wir einen wachen Geist, der erkennen kann, dass wir für alle Menschen der Welt und Gottes Schöpfung Verantwortung tragen. Und das gilt nicht nur bei den Landtags- und Bundestagswahlen, die uns im neuen Jahr erwarten.
Gott erneuert unser Lieben, Denken und ganzes Leben immer dann, wenn wir Menschen als Geschwister erkennen, die wir vorher mit Angst und Sorge von fern beobachtet haben, auch dann, wenn uns heute noch Ländergrenzen, Kulturen, Religionen oder Armut voneinander trennen. Das ist Gottes Geschenk an uns für dieses und jedes neue Jahr.

Für einen wohl behüteten Start in das neue Jahr wünsche ich euch auch im Namen von Niels Gärtner Gottes Segen,

Euer Christian Herrmann